Das Star Wars Clone Wars Brettspiel hievt das Pandemic-Prinzip ins Jedi-Universum. Wie gut glückt der Spagat aus Fanservice und Spielbarkeit? Möge unser Test mit Tipps und Video mit dir sein.
von Christoph König und Paula König
Name: Star Wars – The Clone Wars
Autor: Alexandar Ortloff (basiert auf Pandemic von Matt Leacock)
Spieler/Alter: 1-5, ab 14 Jahren (Helden-Empfehlung: ab 10 Jahren!)
Spieldauer: 60 Minuten
Verlag: Z-Man Games
Spiele, die sich der Star Wars Lizenz bedienen, gibt es ja unzählige. Neben einigen weniger spannenden, die sich nur die Marke auf ein bereits bekanntes Spielprinzip heften, gibt es auch spannendere Beispiele: sowohl bei Videospielen (Star Wars Squadron, Jedi: Fallen Order) als auch bei Brettspielen (Star Wars: Rebellion, Star Wars Risiko usw.). Das neue Star Wars Clone Wars Brettspiel fällt auch in diese Kategorie. Zwar nützt es das Pandemic-Prinzip, setzt das aber so gut mit kleinen Änderungen um, dass es mehr ist als nur ein Ableger.
In unserem Testartikel führen wir dich genauer in die Regeln ein, geben dir ein paar wertvolle Tipps und erklären in unserem Fazit, wem wir das Spiel empfehlen würden. Für einen guten ersten Gesamtüberblick, was das Spiel taugt, wie sehr es The Clone Wars Fans abholt, wie es aufgebaut wird und wie Spielzüge funktionieren, schau dir das Video von Paula und Christoph an:
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Mehr InformationenIm Star Wars Clone Wars Brettspiel übernehmt ihr die Rolle eines von 7 Jedi (im Solo-Modus von 2) – jede:r mit einer eigenen Spezialfähigkeit und schicker kleiner Minifigur. Zur Auswahl stehen Obi-Wan, Yoda, Master Windu, Anakin, Luminara, Ahsoka und Aayla Secura. Mit bis zu vier Mitspielern stellst du dich zusammen der Druideninvasion und einem Schurken entgegen.
Bevor ihr den Bösewicht in einem finalen Kampf besiegt, müsst ihr drei bis sechs Missionen erfüllen. Wieviele, bestimmt ihr selbst und legt so den Schwierigkeitsgrad fest. Dazu könnt ihr einen von vier Schurken wählen, gegen den ihr antretet: Ventress, General Grievous, Maul und Count Doku. Letzterer nützt Maul und Ventress als Helfer und ist somit der schwerste Endgegner.
Ein Jedi darf, wenn er am Zug ist, jeweils vier Aktionen ausführen: Zu einem verbundenen Planeten fliegen, Druiden oder Schurken bekämpfen, eine Mission erfüllen oder Verstärkung in Form einer Squadkarte ziehen. Weil es ein kooperatives Spiel ist, gilt es sich gut mit den anderen Jedi bei den Spielzügen abzustimmen.
Im Kampf und bei Missionen wirft der aktive Jedi einen blauen Spezialwürfel, der 0 bis 3 Schaden macht, aber auch beim Jedi selbst 1 Schaden verursachen kann. Dann darf er mit seinen Squadkarten seinen Angriff durch Überfall oder List verstärken oder Schaden mit Rüstung abwehren. Der Clou! Steht ein anderer Jedi auf dem selben der 30 Planeten kann er den aktiven Spieler bei Kämpfen und Missionen mit seinen Karten unterstützen. Das ist bei schwierigen Missionen auch absolut notwendig.
Sind nach einem Angriff noch Schurken am Planeten, machen sie je einen Schaden auf unsere Held:innen. Pro Schaden, den der Jedi nicht mit Rüstung blockt, muss er:sie eine Squadkarten abgeben. Von denen darf er:sie immer nur maximal 7 vor sich ausliegen haben. Transport-Squadkarten verlängern Flüge und Verbündete helfen auf verschiedene Weise. Jede eingesetzte Squadkarte muss zur Seite gedreht werden. Sie ist erschöpft. Erst am Beginn des nächsten Zuges darf der Jedi sie wieder aktivieren.
Nach jedem Jedi zieht der Schurke. Zunächst mit seiner Spezialfähigkeit (nur Grievous hat keine) und dann in Form einer Schurkenkarte. Er kann dabei neue Druiden auf Planeten bringen, Jedis Schaden machen oder ihre Karten erschöpfen. Den negativsten Effekt hat die Karte Planet unter Beschuss, die gleich drei Druiden auf einen Planeten bringt und den Wert auf der Invasionsleiste erhöht. Danach sind die Druiden dran. Je nach Invasionswert wird 2x, 3x oder 4x ein neuer Druide auf einen Planeten gesetzt.
Sobald mehr als drei Druiden auf einem Planeten landen würden, kommt ein Belagerungsmarker auf den Planeten. Er lässt die Bedrohung um 1 steigen. Erreicht die Bedrohung den Wert 7 ist das Spiel verloren. Belagerungsmarker müssen mit 2 Schaden von Jedi entfernt werden, bevor sie Schurken und Druiden am selben Planeten wieder angreifen können.
Das Spiel überzeugt gleich auf den ersten Blick mit schickem Design und seiner extremen Aufgeräumtheit und Übersichtlichkeit. Das beginnt schon mit der kompakten Schachtel mit einem feinen Platz für alle Jedi und Schurkenfiguren und zieht sich über die hübsche Farbgebung, das kompakte aber nicht zu kleinteilige Spielmaterial bis zum Regelheft. Das braucht nur vier Seiten, um die Grundregeln auf den Punkt zu bringen. Die weiteren acht nützt es für weitere Erläuterungen zu Spielmaterial, Schurken und Regeldetails, die oft vergessen werden. So ist Star Wars The Clone Wars ein Musterbeispiel für ein gut designtes Brettspiel.
Auch das Spielprinzip ist sehr leicht verständlich. Alle Mechanismen greifen sehr gut ineinander. Die Balance stimmt und so sind die Partien durchwegs spannend und kurzweilig. Die Spielzeit variiert zwischen einer knappen Stunde bei zwei Spielern bis zu etwa 90 Minuten bei mehr Spielern (durch den erhöhten Diskussionsbedarf). Spannend sind immer die Diskussionen, ob sich die Jedi gerade mehr auf das Bekämpfen von Druiden und Schurken oder auf die Missionen konzentrieren sollen. Die verschiedenen Schurken sorgen für langfristigen Spaß – einzig General Grievous spielte sich in unseren Partien ein wenig langweilig.
Star Wars Fans können getrost zuschlagen – selbst die, die nur selten ein Gesellschaftsspiel in die Hand nehmen. Denn das Star Wars Clone Wars Brettspiel ist auch für Wenigspieler sehr einsteigerfreundlich. Das Thema Clone Wars wurde sehr gelungen in das Pandemic Prinzip transferiert. Statt Heilmittel zu finden, besiegt man Schurken und die Druiden sind der Virus, den es einzudämmen gilt. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich im Bereich eines einfachen Kennerspiels oder komplexeren Familienspiels. Daher wundert uns die Altersempfehlung ab 14 Jahren doch sehr. Weder ist das Spiel sonderlich brutal, noch kompliziert. Wir empfehlen es daher bereits ab 10 Jahren.
Für Vielspieler oder Pandemic-Kenner ist es nicht unbedingt ein Must-Have. Dafür ist die Herausforderung auf Dauer zu wenig komplex. Positiv wirkt sich hier aber der variable Schwierigkeitsgrad aus. Ab 5 Missionen kann es ganz schön knackig werden. Für eine Runde zwischendurch oder eine Partie mit Wenigspielern, um sie im Pandemic-Universum einzuführen, taugt das Clone Wars Brettspiel aber allemal. So ist es auch für “Jedi-Meister der Brettspielkünste” zumindest eine Option.
Tipp: Du stehst mehr auf virtuelle Star Wars Abenteuer? Dann ist Star Wars Jedi Survivor etwas für dich! Oder aber du liest gerne – dann schau dir unbedingt diese Graphic Novel über den erstaunlichen Weg zu Star Wars an. Und auf Disney+ ist mit Skeleton Crew gerade eine starke neue Star Wars Serie gestartet: Lies hier unsere Kritik.
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Der Chefredakteur der Helden der Freizeit hat das Onlinemagazin 2016 ins Leben gerufen und ist seit 2000 als Sportjournalist im Einsatz. Bei heldenderfreizeit.com ist er spezialisiert auf actiongeladene Outdoor-Aktivitäten, Ausflüge, Videos, Spiele, Filme, Serien und Social Media.