Mit Song of Nunu: A League of Legends Story versprechen Riot Games ein fesselndes Abenteuer rund um den kleinen Nunu und seinen knuffigen Yeti für alle Systeme. Das dürfte aber nicht nur Fans von klassischen LoL-Matches ansprechen. Die Gründe dafür erfahrt ihr in unserem Song of Nunu Review.
von Klaus Kainz
In der Welt von League of Legends steckt ganz schön viel Story-Potential. Das hat schon die Netflix-Adaption Arcane bewiesen (lies hier 7 Gründe, warum sie den Hype verdient). Nun wollen Riot Games ihr Universum auch mit spielbaren Geschichten abrunden – eine neue Serie an Spin-Offs unter dem Banner League of Legends Story entführt seit Kurzem auch Single Player-Fans in die Welten des MOBA-Giganten. Das neueste Abenteuer rund um Nunu und den Yeti Willump sollten aber nicht nur eingefleischte LoL-Fans im Auge behalten.
Wir haben getestet wie spielenswert das Game ist, das ab 1. November für alle gängigen System (PS4, PS5, Xbox One/Series, Switch, PC) erhältlich ist.
Song of Nunu präsentiert sich als klassisches Action-Adventure, Marke Zelda, Prince of Persia, God of War & Co. Ähnlich wie neuere Games von Sony spielt aber auch die Story eine große Rolle. So dreht sich die Geschichte ganz um den titelgebenden Nunu und seinen Yeti-Kumpanen Willump. Von Träumen seiner verschollenen Mutter geleitet, begibt sich der junge Nunu auf die Suche nach dem sogenannten Heart of the Blue. Worum es sich dabei handelt, finden wir erst später heraus.
Dummerweise hat es eine böse Hexe auf Willump, den vermeintlich letzten Yeti, abgesehen. Außerdem geht das Land Freljord wegen einer bösen Art von Frost den Bach herunter. Dafür erhält das ungleiche Paar aber auch gelegentlich Hilfe in seinem Abenteuer. Für LoL-Freunde bedeutet das, das ein oder andere bekannte Gesicht aus dem Hauptspiel wiederzusehen.
Auf Nunus Reise werden verschiedene Setpieces in der eisigen Welt von Freljord linear abgeklappert. Gameplay-mäßig bekommt ihr gleich zu Beginn alles Notwendige in die Hand gedrückt. Nunu kann Schneebälle werfen und mit einer Zauberflöte Rätselmechaniken auslösen, Willump kann Wasser gefrieren und größere Objekte verschieben, aber auch etwas weiter springen. Trotz vereinzelten Kampfarenen mit ein wenig Button-Mashing liegt der Gameplay-Fokus von Song of Nunu aber bei Erkundung und Rätseln. Es werden also viele Statuen gedreht, Schalter gesucht, Kettenreaktionen aktiviert, oder kleine Sprungpassagen absolviert.
Das Game gibt vor, wann ihr nur Nunu steuert und wann Willump. Oft muss das Duo getrennt voneinander Rätsel lösen. Nunu bewegt beispielsweise Plattformen, auf denen sich sein Kumpel befindet, um ihn zu wichtigen Schaltern zu hieven. Glücklicherweise macht die KI des Yeti immer problemlos mit und auch die Steuerung geht gut von der Hand.
Dahingehend hätten lediglich manche Rätsel etwas komplexer sein dürfen. Kurz grübeln ist gelegentlich schon drin, aber oft konnten wir die Aufgaben relativ zügig abfrühstücken. Mit circa sechs bis acht Stunden Spielzeit ist Song of Nunu kein Brocken, fühlt sich aber trotzdem wie ein rundes Abenteuer mit abwechslungsreichen Setpieces an. Außerdem ist es zum niedrigen Preis erhältlich, hat also keinen Zwang, sich in die Länge strecken.
Angetan hat uns vor allem das stimmige Design der von nordischen wie Inuit-Kulturen inspirierten Fantasy-Welt. Malerische Gebirge voll mit majestätischen Höhlen, verlassenen Tempeln und majestätischen Vistas kommen mit der leicht reduzierten Cartoon-Grafik überraschend stark zur Geltung. Mindestens genauso eindrucksvoll ist der Soundtrack. Idyllische Flötenlieder oder melancholischer Gesang runden die Welt wundervoll ab, die so schlicht zum Erkunden einlädt.
Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die Beziehung zwischen Junge und Yeti. Deswegen ist vor allem das riesige Fellknäuel Willump lebhaft animiert. Er winkt euch zu, kann Schneeball mit euch spielen oder zur Flöte tanzen und so weiter. Er spricht zwar nicht, aber kann trotzdem mit Nunu durch Gröhlen kommunizieren – wie eine Mischung aus Chewbacca und Teddybär. Zwar fällt es schwer, das nicht irgendwie knuffig zu finden, doch will das Game oft etwas zu sehr herzerwärmend sein und kommt um den ein oder anderen kitschigen Moment nicht herum. Zielgruppe der Story dürfte ein jüngeres Publikum sein, wie auch bei den Rätseln. Und gerade Kids werden Wendungen und Story-Kniffe vermutlich mitreißend finden, trotz allen Klischees.
Irgendwie erinnert Song of Nunu an ein gutes Abenteuer aus der PS2-Ära – ganz im positiven Sinn. Uns hat es vor allem die idyllische Welt des eisigen Freljord angetan. Außerdem ist es immer erfrischend, wenn Abenteuer-Spiele heutzutage keinen Fokus aufs Kämpfen legen. Allerdings hätten dahingehend die Rätsel etwas knackiger sein dürfen. Auch story-mäßg war etwas Luft nach oben. Song of Nunu drückt manchmal zu sehr auf die Tränendrüse. Nichtsdestotrotz dürften sich vor allem LoL-Fans über eine so herzhafte Ode an die Charaktere und Welten des Online-Klassikers freuen.
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Der Redakteur (APA, Helden der Freizeit) und Videospiel-Blogger reviewed für uns vor allem Games, Serien und Filme - ist aber auch so manchem Naturausflug nicht abgeneigt.